Das wars wohl mit dem Wiederaufstieg


Am vergangenen Samstag hat sich Amaranto aus dem Kampf um den Wiederaufstieg mit einer verdammt miesen Leistung verabschiedet. Zu keinem Zeitpunkt des Spiel zeigte die Mannschaft, daß sie dieses Spiel gegen den Abstiegskandidaten gewinnen und so beim Aufstiegskampf weiter mitmischen will. Gruselig was Amaranto an diesem so geschichtsträchtigen Datum abgeliefert hat.

Deshalb war es nicht verwunderlich, daß sich an die 300-400 Tifosi am Haupteingang zu Picchi trafen um der Mannschaft und den Vereinsoffiziellen ordentlich zu beleidigen. Der Fanzorn entlud besonders heftig als Spinelli sich minutenlang von den generationsübergreifend Wütenden aufs übelste beschimpfen ließ.

Er kam allein. Ohne Mannschaft. Er stellte sich vor den äußerst aufgebrachten Mob. Er wirkte am Boden zerstört. Mit Respekt muß ich sagen, daß er all den Haß, die Verzweiflung, die Wut über diese Niederlage demütig entgegennahm. Er weiß (hoffentlich) am Besten, daß er auch wieder in dieser Saison einiges falsch gemacht hat. Die Abwehr ist desolat. Die Stimmung in der Mannschaft stimmt nicht. Die Spieler agieren ohne Herz, ohne das Feuer, ohne den Willen ein Spiel gewinnen zu wollen. Dafür ist auch Spinelli verantwortlich.


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Aber er holte sich seine Bestrafung devot ab. Er stellte sich den Fans und übernahm so die Verantwortung. Er stellte sich vor die Mannschaft, in erster Linie also vor den Trainer und die Spieler. Für diese Konsequenz muß ich Spinelli Respekt zollen. Wenn er jetzt auch endlich wieder kapiert, daß er mit den Fans, den politischen, wie den apolitischen zusammen arbeiten muß, wenn er offen für ihre Ansichten ist, dann wird es vielleicht mit einer guten Relegation doch zum Wideraufstieg reichen.

Erstaunlich ist aber auch, daß Spienelli offenbar seinen Fans grenzenlos vertraut. Obwohl sie unendlich enttäuscht und grenzenlos wütend waren, gab es aber zu keinem Zeitpunkt die Gefahr, daß sie die Offiziellen und die Spieler physisch attackieren würden. Sie schimpften (lediglich) ausgiebig. Sogar die curva, die zunächst ausgesperrt wurde, durfte nach Rücksprache mit den Offiziellen vor den Haupteingang. Die Polizei mußte zu keinem Zeitpunkt eingreifen. Es gab nicht einen Wurf. Wirklich erstaunlich!

Am Dienstag zuvor sah der Verlauf ganz anders aus. Auch wenn die Mannschaft nicht überragend spielte und es einige Schwäche in der Chancenverwertung gab, so war zu spüren, daß sie das Auswärtsspiel in Treviso nicht verlieren wollten. Amaranto bestimmte die Partie durchgehend. Schwächen im Aufbau und vor allem in der Abwehr gab es dennoch. Der hohe 4:0 Sieg resultierte deshalb eher aus dem desolatem Zustand der Heimmanschaft.

Schön wars trotzdem und weckte Erwartungen für das Spiel gegen Modena. Die Fans erwarteten gegen den Absteigskandidaten nichts weniger als einen Sieg. Er hätte sein müssen. Er wäre wichtig um sich Selbstvertrauen für die bevorstehende Relegation zu holen. So bleibt Enttäuschung, Wut und Ohnmacht!

Der einzige Trost an diesem Wochenende war das Festival Fortezza dal Basso (Festung von unten), das vom Movimento Antagonista Livornese und anderen Gruppen vom 24. April bis 2. Mai auf der Fortezza Nuova stattfindet.

Seit Freitag Abend gabs Konzerte und lecker Essen. Circa Tausend kamen schon. Zu den Veranstaltungen und den Thementagen in der Woche werden wieder einige hundert Aktivist_innen erwartet. Am 2. mai endet das Festival dann mit einer Demonstration, die darauf aufmerksam machen möchte die Neue Festung endlich für die Öffentlichkeit zugänglich zu machen. Außerdem geht es natürlich um die prekäre Situation den Jugend, den Arbeiter_innen, Angestelt_innen, Student_innen und Schüler_innen.

Außerdem ist am vergangenen Freitag TeBe in die Regionalliga aufgestiegen, was ausgelassen gefeiert wurde. Nach dem Schock einen Woche zuvor, sah die Zukunft äußerst bitter aus. Sportlich läuft es für TeBe super. Aber die Treasure AG und ihre Protagonisten, vielen schon immer suspekt, weckte bösartig Fans und Verein und trübte die Aufstiegsambitionen. Doch jetzt scheint alles geklärt. Der Aufstieg und die Lizens sind nicht in Gefahr. Deshalb . . .

Forza TeBe!

. . . und trotzdem . . .

Amaranto alè!