„Natürlich will ich, dass der Krieg so schnell wie möglich vorbei ist“

Lothar Matthäus ist ja nicht gerade mein Favorit. Besonders in Sachen Frauen hat er schon einige Mal mächtig ins Klo gegriffen, trotzdem hat er sich noch einmal getraut. Entweder waren sie unglücklich in München, oder es gab familiäre Probleme, manchmal happerte es aber auch am Kommunikationspotenzial zwischen den Ehegatten. Als Fußballer hat er mir besser gefallen. Er war wohl der letzte echte Libero im Fußball, nicht grade der hellste, aber dafür der unterhaltsamste. Seine Gedanken zum Konflikt um Gaza haben mich dann aber doch erstaunt.

Im Interview mit dem tagesspiegel gibt er sich betont normal, beinah schon israelisch relaxt und betont seine Verbundenheit mit Israel. Er sieht zwar den Konflikt, weiß von der Bedrohung, jedoch hat sich für ihn selbst zunächst nix verändert.

Für seinen Kader sieht dies ganz anders aus, erzählt er selbst.


Einige Spieler unseres Klubs sind noch bei der Armee in der Ausbildung. Die müssen jeden Tag damit rechnen, dass sie ihren Rucksack packen sollen und einberufen werden. Andere in unserem Verein haben vielleicht Angehörige, die gerade bei der Armee sind oder in den betroffenen Gebieten wohnen. Aber sie leben ganz normal weiter, weil sie es nicht anders gewohnt sind. In Israel lebt man eben mit Konflikten und Bedrohungen und man versteht damit umzugehen. Nun ist die Situation aber eskaliert.

Für diese entspannte Loyalität dem Verein gegenüber werden ihn die Fans in Netanya wahrscheinlich noch mehr lieben. Schließlich spielen sie immer noch um die Meisterschaft mit. Der Rückzug von Matthäus würde dem Verein, der Meisterschaft und den Fans gar nicht gut tun.



Weitere Bilder zu Matthäus‘ Karriere gibts hier

Die Unsicherheit im Land, die Betroffenheit der Bevölkerung in ganz Israel und die permanenten grauenhaften Meldungen aus dem Gaza-Streifen und Südisrael belasten die Atmosphäre doch arg. Die Proteste gegen und in Israel weiten sich weltweit aus und wenden sich zunehmend in eine äußerst bedenkliche – nämlich antisemitische – Richtung. Matthäus ist dies alles scheiß egal. Nur den Krieg kann er gar nicht leiden!


Natürlich will ich, dass der Krieg so schnell wie möglich vorbei ist. Aber das will ich bei jedem Krieg, nicht nur hier in Israel.


2 Antworten auf “„Natürlich will ich, dass der Krieg so schnell wie möglich vorbei ist“”


  1. 1 MisterMadunina 08. Januar 2009 um 17:49 Uhr

    „Nun ist die Situation aber eskaliert.“ Sind wir sicher, dass da Matthäus persönlich interviewt wurde?

  2. 2 Jurij 08. Januar 2009 um 22:30 Uhr

    ci hdenke schon, daß das interview authentisch is‘. gerade, weil es so naiv & ‚relaxt‘ daher kommt. das mit dem eskalier klingt zwar schon komisch. hat er vielleicht irgend wo gehört (oder gelesen), wer weiß.

    was ich auch interessant finde, daß er meint, daß sich für ihn nix geändert hat. is‘ alles ganz normal in nordisrael. so wie immer eben. in gaza aber eben nicht.

    den hinweis auf jugoslawien fand ich komisch. weil, als er da war, dort kein krieg war. der war schon lange vorbei. die auseinandersetzungen waren sehr minimal & eher auf einer politischen ebene.

    ich kann mir aber nicht vorstellen, was jemand davon hätte, daß matthäus seine verbundenheit mit israel ausdrückt.

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